Die Freiwillige Feuerwehr Seelbach 1921 - 2004

 

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Seelbach erstreckt sich bis dato über  nahezu 83 Jahre. Sie kann im folgenden nicht umfassend wiedergegeben werden. Die folgenden Zeilen versuchen im Zeitraffer ein Bild der Geschehnisse im Auge des Lesers zu erstellen:

Als Gründungsdatum ist der 31.06.1921 zu nennen. Zu den Männern der ersten Stunde zählten sich 29 Aktive, geführt durch Brandmeister Karl Hoffmann. Die Dienstkleidung und Ausrüstung „der Männer der ersten Stunde“ war desolat; nur einige Helme und Steigergeräte konnten von der Brandwehr (hier wurden Junge Männer zum Helfen verpflichtet) übernommen werden. Neben der unvollständig ausgerüsteten Druckspritze war auch ein großer Teil des Schlauchmaterials nicht mehr einsetzbar.

Begonnen hatte alles im ehemaligen Brandwehr-Spritzenhaus. Von 1921 bis 1945 war die Behausung das Spritzenhaus am Köppel, in den Jahren 1945 bis 1951 waren alle Geräte und Fahrzeuge in einem Schuppen am Schelderberg untergebracht. Seit 1951 sind schließlich Gerät und Fahrzeuge im Gerätehaus am Schelderberg heimisch. Im August 1991 bekam die FF ein neues Löschfahrzeug LF 8. Da das Gerätehaus keine Unterstellmöglichkeit für so ein großes Fahrzeug bot wurde ein Garagenanbau vorgenommen. Sämtliche Arbeitsstunden wurden von Kameraden in Eigenleistung erbracht, so dass im September 1993 nach anfänglichen Schwierigkeiten (einige Leser werden wahrscheinlich noch das Bild eines provisorischen Lattenschuppens vor Augen haben) eine geeignete Unterstellmöglichkeit für das LF 8 eingeweiht werden konnte.

Ein Exkurs in die Seelbacher Spritzentechnik zeigt, dass neben einigen Hydrantengeräten in den ersten Jahren der Wehr die oben erwähnte, aus dem Jahre 1831 stammende Druckspritze genutzt wurde. 1930 erhielt man dann eine neue Druckspritze, die später zu einer Saug- und Druckspritze umgebaut wurde; die Spritze war bis Ende des Krieges im Einsatz. Die sogenannte „Polenspritze“ wurde im Jahre 1940 beschafft. Es war die erste Motorspritze, die in den Kriegswirren durch den zum Kriegsdienst einberufenen Kameraden Hermann Bohn entdeckt und über Umwege nach Seelbach gebracht wurde. Kurz darauf erhielt die FF ihr erstes Motorfahrzeug; einen behelfsmäßig umgebauten Klein-LKW, auf dem die „Polenspritze“ verlastet wurde. Heute sind ein LF 8 auf MAN Basis und ein TSF auf einem Mercedes Chassis im Einsatz. Des weiteren ist der 1969 erhaltene TS 8-Anhänger von grund auf restauriert und somit wieder in einen einsatzfähigen Zustand versetzt worden. Der Anhänger dient z. Zt. nur Präsentationszwecken (ist für die teilweise rauen Einsätze eigentlich auch zu schade).

Die Ehrenabteilung setzt sich aus 15 Kameraden zusammen. Gemäß dem Wahlspruch „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ stehen der FF für Hilfeleistungs- und Brandeinsätze maximal 18 aktive Kameradinnen und Kameraden zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung.

Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, schauen Sie bei uns vorbei – die Mitglieder der Ehrenabteilung sind gerne bereit über die eine oder andere sich zugetragene Anekdote zu berichten.

 

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