Geschichte der Feuerwehr Trupbach

 

Die Feuerwehr Trupbach besteht laut Protokoll Nummer 69 der Gemeinde Trupbach seit dem 20.März 1860. Von diesem Zeitpunkt an kann man von einem geordneten Löschwesen in unserem Ort sprechen.

Es muss jedoch schon vorher eine Art Feuerwehr gegeben haben. Den ersten sichtbaren Hinweis liefert uns das alte Spritzenhaus.

Auf dem Balken über dem Eingangstor ist zu lesen: „Gestiftet und gebaut von den Waldinteressenten für die Feuerspritzen 1834 Zimmermeister Johannes Schreiber Hier“

Das Spritzenhaus stand mitten im Dorf. Die Trupbacher Wehr war 1860 ausgerüstet mit einer Handdruckspritze ohne Saugvorrichtung mit einem Zylinderdurchmesser von 11,5 cm, sowie drei Hanfschläuche und ca. 5 Ledereimer. Das Wasser musste mit den Eimern aus den Trupbacher Bächen und Teichen mittels Eimerkette geholt und in den Kübel der Spritze geschüttet werden.

Die Alarmierung der Wehr, sowie das bekannt werden eines Feuers wurde durch die Feuerrufe auf der Straße und durch das Läuten der Glocke, die sich im Turm der alten Schule befindet, bekannt gegeben.

Da die alte Feuerspritze seit längerem ihren Anforderungen nicht mehr gerecht wurde, entschloss man sich im Mai 1906 eine neue Spritze anzuschaffen. Man entschloss sich für eine Hand-Saug-und Druckspritze mit einem Zylinderdurchmesser von 110mm mit Schlauchhaspel, Laterne und vier Saugleitungen von der Firma Louis Tidow, Hannover. Die Bestellung folgte am 23.Mai 1906 jedoch bis zur Auslieferung hatte sich der Preis dieser Spritze auf 1.104 DM erhöht. Diese Hand-Saug-und Druckspritze ist heute noch vorhanden und in einsatzbereitem Zustand.

Die erste größere Bewehrungsprobe für diese neue Spritze war im Sommer 1911 beim Brand der Schreinerei Henk. Es war ein sehr heißer und trockener Sommer, in den Bächen floss kaum noch Wasser und es musste auch Jauche als Löschmittel eingesetzt werden.

Im Jahre 1926 wurde zu der Spritze eine Ausziehleiter, 20 Zinkeimer, ein 100 Liter Wasserkübel, ein Verteilerstück mit 2-c Abgängen  und Schlauchmaterial für 300m angeschafft. Die Übungen fanden in den Sommermonaten meistens Sonntagsmorgens statt.

In dieser Zeit fiel auch der Brand vom 21.September 1932 am Wohnhaus Ohrendorf am Scheidweg. In kurzer Zeit war die Trupbacher Wehr zur Stelle. Zur Unterstützung kam auch die Seelbacher Feuerwehr. Der Dachstuhl und die angrenzende Scheune wurden jedoch ein Raub der Flammen.

Am 2.Mai 1936 wurde die Freiwillige Feuerwehr Trupbach im Beisein von Herrn Amtsbürgermeister Hirschfeld aus Weidenau neu gegründet. Es meldeten sich 29 Mann. Die 29 Mitglieder waren alle aktiv, eine Altersabteilung oder Ehrenmitglieder gab es nicht. Alle Übungen aus den Sommermonaten waren gut besucht. Alarmiert wurde die Wehr zu den Übungen und auch im Ernstfall durch die Feuerhörner die in regelmäßigen Abständen im Dorf verteilt waren, es wurden jedoch unterschiedliche Signale geblasen. Im Laufe des Jahres 1937 bekam jeder Feuerwehrmann eine persönliche Ausrüstung, jedoch ohne Hose und Mütze, diese wurden erst später angeschafft.

Die erste Schlussübung fand am 7.November 1937 unter vollkommener Zufriedenheit statt.

Durch den Bau der Wasserleitung in den Jahren 1942 und 1943 wurden auch Hydranten eingebaut. Die Trupbacher Wehr bekam Standrohre. Dies war ein großer Fortschritt im Bezug auf die Wasserversorgung im Ernstfall.

Die jüngeren Feuerwehrmänner wurden nach und nach eingezogen, sodass hier wieder eine Lücke entstand. Es wurde im Jahre 1944 eine Frauenabteilung der freiwilligen Feuerwehr Trupbach aufgestellt. Diese Abteilung vom 13.Januar 1944 bestand aus 16 Frauen.

In den letzten Kriegsjahren wurde die Trupbacher Wehr zum löschen von Bränden, sowie Rettungsarbeiten in Siegen eingesetzt.

Anfang April 1945, als für Trupbach die letzten Kriegstage heraufzogen, brannten durch Beschuss mit Phosphorgranaten mehrere Häuser ab. Hier war die Wehr letztmalig in der damaligen Zusammensetzung im Einsatz. Die Handdruckspritze, welche heute noch von Granatsplittern gezeichnet ist, blieb nach Einmarsch der Amerikaner wochenlang am Einsatzort stehen, weil sich keiner mehr zuständig fühlte, und so endete ein weiteres Kapitel „Trupbacher Feuerwehrgeschichte“.

 

Neubeginn 1946

 

Im Frühjahr 1946 lud der damalige Bürgermeister, Hermann Reuter, zu einer Versammlung um die Freiwillige Feuerwehr Trupbach wieder ins Leben zu rufen. Es meldeten sich 23 Mann.

Da das alte Spritzenhaus durch Kriegseinwirkung stark beschädigt war, zog die Feuerwehr um in ein Gebäude wo früher u.a. ein Kindergarten war.

Im Jahre 1948 bekam die Feuerwehr Trupbach ihre erste Motorspritze.

1953 wurde am Gerätehaus ein Steigerturm errichtet, auf dem später eine Sirene montiert wurde, sodass die Wehr nunmehr über Sirene alarmiert werden konnte. Im gleichen Jahr wurde von den Geschwistern Gieseler ein alter Opel Lieferwagen gekauft, der dann ein Jahr später von der Firma Heuss in Siegen als Mannschaftswagen umgebaut wurde.

Es wurde im Jahre 1961 auf der Ausstellung „Roter Hahn“ in Köln ein neuer LF8 besichtigt, der dann auch bestellt wurde und bei der Firma Ziegler in Gingen am 23.August 1962 abgeholt.

Am 3.September 1965 und am 20.Juni 1966 war in Trupbach, bedingt durch starke Regenfälle, sowie durch einen Dammbruch eines Fischweihers, Hochwasser. Im Trupbacher Tal standen mehrere Häuser meterhoch unter Wasser. Dort war die Trupbacher Wehr tagelang im Einsatz.

Die Freiwillige Feuerwehr Trupbach gehörte bis zum 30.Juni 1966 dem Feuerwehr Zweckverband des Amtes Weidenau an. Ab ersten Juli 1966, bedingt durch die Eingliederung der Stadt Siegen gehört sie nun zu Freiwilligen Feuerwehr Siegen, und nennt sich von nun an Freiwillige Feuerwehr Siegen, Löschzug Trupbach.

Ende des Jahres 1967 zog der Löschzug Trupbach in ein neues Gerätehaus. Dieses war entstanden, aus dem ehemaligem Klassenraum der Wurmbergschule. 1969 erhielt der Löschzug Trupbach ein zweites Fahrzeug ein TLF8 UNIMOG.

Weil das Gerätehaus aus allen Nähten platzte, wurde im Jahre

1979 ein Anbau an dem Gerätehaus errichtet. (Eigenleistung)

Am 21.September 1984 erhielt der Löschzug Trupbach ein neues Löschfahrzeug LF8.Die Übergabe erfolgte durch Wehrführer Mohnen, sowie Stellvertreter Karl Horn im Rahmen eines Tages der offenen Tür.

Im gleichen Jahr nahm die Gruppe des Löschzuges Trupbach am Leistungsnachweis mit Erfolg teil.

Im Jubiläumsjahr 1985 verfügt der Löschzug Trupbach über zwei Löschfahrzeuge sowie 32 aktive Feuerwehrleute und ist zu jeder Tages-und Nachtzeit Einsatz bereit.

Dies war ein Auszug aus 125 Jahren Feuerwehr Siegen Trupbach.

 

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